Dr. Bodo Noack in den Ruhstand verabschiedet
Nach 19 Jahren als Amtsleiter in der Kreisverwaltung Rügen hat Dr. Bodo Noack sich nun in den Ruhestand verabschiedet. Im Kreise von Kollegen, Leitern anderer Behörden und Vertretern von Verbänden blickte der studierte Meeres- und Fischereibiologe, der 1970 nach Rügen kam, auf seine Zeit als Umweltamtsleiter beim Landkreis zurück.
Ihm habe die Arbeit Spaß gemacht, resümiert er. Auch, wenn sein Amt das eine oder andere Mal als „Verhinderungsbehörde" bezeichnet wurde. „Zum Teil stimmt das sogar", schmunzelt er und fügt hinzu, dass er zu den von ihm getroffenen Entscheidungen stehe. Zum Beispiel, wenn es darum ging, große Bauten in freier Landschaft zu verhindern. Gerade Anfang der 90er Jahre, als er seine Tätigkeit beim Landkreis aufgenommen und die Landesgesetzgebung noch Lücken hatte, wollten Investoren unzählige solcher Bauvorhaben durchsetzen. Allein 15 Golfplätze sollten es sein, erinnert er sich.
Der Bereich Umwelt- und Naturschutz stand seinerzeit vor vielen großen Herausforderungen. So galt es auch, die Abfallwirtschaft völlig neu zu organisieren. Deponien mussten geschlossen und saniert werden. Mit der Beseitigung wilder Müllverkippungen wurde begonnen - eine Aufgabe, die leider immer noch und immer wieder aktuell ist. Die Reinhaltung der Oberflächengewässer und die damit verbundene Prüfung der Abwasserentsorgung in den Inselorten stand auf der Prioritätenliste. Der Alleenschutz gipfelte erst unlängst in dem von Dr. Bodo Noack maßgeblich erarbeiteten Alleenkonzept für den Landkreis. Ein Leitfaden zum Handeln für die nächsten Jahre. Ein dickes Lob spricht der scheidende Amtsleiter seinen Mitarbeitern im Umweltamt aus.
„Sie waren all die Jahre eine große Stütze. Ich konnte mich auf sie verlassen", sagt er dankbar. Das größte Ärgernis in seiner Amtszeit war für Bodo Noack
„die Unaufrichtigkeit mancher Lokalpolitiker im Zusammenhang mit der geplanten Ausweisung des Naturparks Rügen". Erst gewollt, dann zerredet und schließlich abgelehnt. Viel Zeit und Arbeit hatte der Amtsleiter in dieses Vorhaben investiert, unzählige Gespräche geführt. So wie er sind viele Insulaner nach wie vor überzeugt: Für Rügen wäre der Naturpark-Status ein Gewinn gewesen! Auch Landrätin Kerstin Kassner sieht das so.
Für ihren nun ehemaligen Umweltamtsleiter findet die Verwaltungschefin Worte des Danks und der Anerkennung.
„Sein Wissen und seine Fachkompetenz sind unumstritten. Als Experte für Umwelt und Natur hat er für unseren Landkreis wertvolle Arbeit geleistet. Dr. Noack hat dabei immer versucht, Lösungen im Interesse der Menschen u n d der Sache
zu finden, was gerade in seinem Verantwortungsbereich nicht einfach ist."
Wirtschaft und Umwelt im Einklang zu entwickeln - das sei meist leichter gesagt als getan. Hier seien stets aufs Neue große Anstrengungen und oft Kompromisse erforderlich. Dr. Noack habe diese Herausforderung mit Bravour gemeistert. Dabei sei er nie den Weg des geringen Widerstands gegangen. Sachlich und faktenreich zu argumentieren, Positionen und Haltungen überzeugend darzustellen - das sei ihm stets gelungen.
Dr. Bodo Noack hat allseits Respekt und Anerkennung gefunden. Und das nicht nur, weil er als Fachmann für seine Arbeit gelebt hat. Es ist vor allem auch die Art und Weise, wie er den Menschen zugehört und sie unterstützt hat, es ist sein kollegiales, sachliches Auftreten, es ist seine menschliche Wärme und das vertrauensvolle Miteinander. Wohl jeder, der mit ihm zu tun hatte, weiß um diese Stärken", so die Landrätin. Jetzt wird Dr. Bodo Noack erst einmal versuchen, Abstand zu gewinnen.
Er will Rügens Natur und Umwelt
„ohne behördlichen Druck" erleben. Wandern und Rad fahren, sich weiter ehrenamtlich engagieren. Zum Beispiel in der Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz, der er schon seit 1970 angehört. Und im Förderverein Nationalp ark Jasmund. Vielleicht auch im Verband Insula Rugia.
23.03.2009. Quelle: Landkreis Rügen |